Kommunikation von 1900 bis heute

Shownotes

achja - damals :D da haben wir uns einfach nur Briefe geschrieben... was wären wir als Dienstmädchen aus den Latschen gekippt hätte man uns eine WhatsApp gezeigt.
Aber ehrlicherweise war das auch in den 2000er Jahren noch unvorstellbar und sehr besonders - denn damals hatten wir sehr teure 160 Zeichen und das wars - und das war schon eine Errungenschaft!

Ein kurzer Überblick über die Entwicklung der Kommunikation - hört gerne mal rein!

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00:00:01: Du interessierst dich für das Leben, von der ständige Gesellschaft bis hin zur Körperikine?

00:00:07: Lehn dich zurück, ich erzähl davon.

00:00:16: Hallo, eine neue Folge, Leben, ich finde irgendwie, dass ich ein bisschen schneller geworden bin.

00:00:23: Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich die letzte Folge veröffentlicht habe, aber gefühlt war das gestern.

00:00:28: Ja, ich habe so ein paar Themen, über die ich total gern sprechen wollen würde.

00:00:33: Und heute habe ich mich für das Thema Kommunikation entschieden.

00:00:36: Also, wenn euch das interessiert, wie sich die Kommunikation entwickelt hat und was ein Hundert da so ging und gebe war, dann bleibt gerne dran.

00:00:43: Ja, erstmal möchte ich unbedingt noch einen kleinen Nachtrag zu der letzten Folge geben.

00:00:48: Und zwar hatten wir ja über Shopping gesprochen und ich hatte darüber seniert, wie das wo war mit Quelle und Otto und den Versandhäusern und Kleidung bestellen.

00:00:56: Und dann habe ich eine ganz liebe Nachricht von euch bekommen.

00:01:00: Danke überhaupt, dass ihr mir Nachrichten schreibt.

00:01:02: Da freue ich mich immer sehr darüber.

00:01:04: Und zwar, dass das natürlich maßgeblich an die Konfektionsgrößen gebunden war und dass es noch gar nicht immer Konfektionsgrößen gab.

00:01:18: Das ist natürlich ein wahnsinnig spannender Punkt, den ich da in der Folge gar nicht auf dem Schirm hatte.

00:01:23: Ja, natürlich.

00:01:24: Das ist an die Konfektionsgrößen gebunden.

00:01:26: Und bevor es die Konfektionsgrößen gab, gab es Schnittmuster.

00:01:29: Die gab es schon so, äh, achtsechzig ungefähr.

00:01:33: Und so einheitliche Konfektionsgrößen dann ab den neunzerdreißiger Jahren.

00:01:38: Also da hing es natürlich auch mit zusammen, denn wie sollte man was bestellen, wenn es keine Größen gab?

00:01:43: Und man konnte schwierig wahrscheinlich nach Schnittmuster bestellen.

00:01:46: und der Input, den ich davon euch bekommen habe, das ist natürlich, wenn man die Person irgendwie kannte oder die Größen oder die Schnittmuster bekannt waren, dann konnte man das schon kommunizieren, aber irgendein Maß brauchte man ja.

00:01:57: Also vielen Dank dafür.

00:01:58: Und jetzt lass uns über Kommunikation sprechen.

00:02:01: Was ist so das Älteste, was einem einfällt, wenn man über Kommunikation nachdenkt?

00:02:05: Ich finde, das sind die Brieftauben und die benutze ich immer so ein bisschen.

00:02:10: Ich habe das fast schon ins lächerliche gezogen.

00:02:12: Also ich bin super schlecht per WhatsApp zu.

00:02:14: Ich bin eigentlich generell super schlecht zu erreichen, weil ich antworte sehr schlecht.

00:02:17: Ich freue mich immer total, wenn mir jemand schreibt.

00:02:19: Aber bis ich geantwortet habe, vergehen noch mal so zwei bis zwanzig Werktage.

00:02:24: Und dann sagen die Leute immer, oh, Mensch, das ist einfach addig per Prieftaube zu erreichen.

00:02:28: Und das ist immer so ein bisschen so, ja, per Prieftaube.

00:02:32: Nein, die Prieftaube ist ein durchaus super Ernst zunehmendes Kommunikationsmedium, was wir in den Gutzaus zwar nicht genutzt haben.

00:02:40: Was es da aber durchaus noch gab, die Prieftaube wurde im Ersten sowie auch im Zweiten Weltkrieg sowie in sehr vielen anderen Schlachten und kriegerischen Auseinandersetzungen eingesetzt.

00:02:50: Denn sie ist einfach viel schneller als Mensch.

00:02:53: Es gab sie, es gibt sie schon ewig, schon vor Christus im alten Ägypten hat man Brieftauben benutzt.

00:02:58: Wer kennt diese Kinder-Serie, Leo da Vinci?

00:03:02: Mittlerweile habe ich ganz schön viel Wissen aus irgendwelchen Kinder-Seren.

00:03:04: Ich weiß manchmal nicht, ob das creepy ist oder ob das irgendwie lässig ist.

00:03:08: Auf jeden Fall habe ich das öfteren mit meinen Kindern Leo da Vinci geguckt und da dreht sich sehr viel um Brieftauben, die halten sich ja entweder in Genua oder in Venedig auf und zwischen die zwei Punkten werden ganz gerne mal Brieftauben versandt.

00:03:21: Darum glaube ich zuverlässig und schnell und so war es in Wirklichkeit auch.

00:03:25: Nicht nur Leo Da Vinci hat damit kommuniziert oder die Familie, die Medici.

00:03:30: Sondern zum Beispiel auch der Presse-Dienst Reuters hat seine Arbeit.

00:03:35: Ich habe da zwei verschiedene Sachen gelesen, aber ich habe auch gelesen, dass sie sie mit Prieftauben begonnen haben, achtzehnundeinfünfzig.

00:03:40: Also die Prieftaube überhaupt nicht zu unterschätzen als Kommunikationsmedium, die jetzt heute ehrlicherweise sich jetzt nicht mehr so hier durchsetzt, eher im Hobby- und Sportbereich.

00:03:52: Es gibt das ja, ich glaube es offiziell ja immer noch, einen Sporttauben so zu züchten, irgendwo auszusetzen und wer dann am schnellstens nach Hause kommt, aber für den Versand einer Message habe ich es jetzt weniger erlebt.

00:04:07: Und dann ist es ja auch glaube ich so, jetzt lasst mich nichts falsches sagen, dass die Prieftaube ja immer nur einseitig.

00:04:12: Fliegen kann.

00:04:13: Sie kann immer nach Hause fliegen.

00:04:14: Also ich kann sie irgendwo mit hinnehmen und dann kann sie nach Hause fliegen, oder?

00:04:19: Also keiner von euch könnte mir jetzt zum Beispiel einen kleinen Lafletter per Privetau besenden, denn ich bin nicht das Zuhause der Privetaube.

00:04:25: Es geht immer nur in die eine Richtung.

00:04:27: Von daher war es immer schon ein bisschen schwierig, ist aber sehr sehr viel eingesetzt worden als Kommunikationsmedium.

00:04:33: Wenn man die Privetaube jetzt sozusagen als Luftpost bezeichnen möchte, dann gab es natürlich die ganz normale Briefpost auf dem Bodenweg.

00:04:41: auch immer schon parallel.

00:04:44: Die ist... Per Bote konnte man schon immer, seit man sich gewünscht hat, Nachrichten zu verschicken, Nachrichten auch verschicken.

00:04:52: Das hat natürlich unter Umständen sehr lange gedauert.

00:04:54: Das war auch vielleicht gar nicht so ganz zuverlässig.

00:04:57: Man wusste ja nicht so genau, will der Bote überhaupt ankommen?

00:05:00: oder wenn er will, kommt er denn überhaupt an.

00:05:03: Eine ganz bekannte Bodengeschichte ist natürlich die Marathon-Geschichte, in der der Bote von Marathon nach Athen laufen sollte wegen einer Schlachtnachricht.

00:05:12: und nachdem er Athena Rechte kurz danach verstorben ist.

00:05:15: Ja, also Boten schon immer da gewesen.

00:05:18: Und dann ist das auch individuell gewesen.

00:05:20: Man konnte einen Boten los schicken und der hat dann eine Nachricht übermittelt, dass man das jetzt als Linie gemacht hat.

00:05:28: Das ist erst vierzehntneunzig entstanden und zwar der Kaiser Maximilian hat zum ersten Mal die Familie Taxis beauftragt, eine regelmäßige Postlinie zur Beförderung der kaiserlichen Dokumente zu unterhalten.

00:05:41: Und das sind die Anfänge der Post, das ein System... dass es ein System gab, in das alle Menschen ihre Nachrichten quasi einwerfen konnten.

00:05:51: Und dann sind die befördert worden.

00:05:53: Und mit der Posten wäre dann auch schon beim Hauptkommunikationsmedium im Gutshaus, ich weiß gar nicht, in welcher Folge ich darüber gesprochen habe, wahrscheinlich über die von technischen Neuerungen, es gab hauptsächlich Briefe.

00:06:04: Man konnte sich Briefe schreiben, jetzt noch mal ein kleiner Exkurs, was die Triebe-Dingungen angeht.

00:06:09: Also man konnte Briefe selber schreiben und man konnte ... Briefe bekommen.

00:06:13: Die sind auch von einer echten Postboot hinter abgegeben worden.

00:06:17: Die Briefe, die wir geschrieben haben, haben wir nicht frankiert.

00:06:21: Sie sind dann später von der Produktionsfirma frankiert worden.

00:06:24: Und wir haben die noch mit Siegelwachs oder so Hasenkleber zugeklebt.

00:06:29: Hab ich jemals schon mal irgendeine Erfolge, was von diesem Hasenkleber erzählt.

00:06:32: Wenn ich jetzt, wenn nicht, dann mache ich das jetzt.

00:06:35: Das war so eine Zählmasse.

00:06:36: Ich weiß gar nicht, ob man die anrühren musste mit Flüssigkeit.

00:06:39: Und dann konnte man die so oft das Papier streichen, also wir gesindern hatten keine Briefumschläge, wir haben einfach den Brief so geklappt, also das Papier so ineinander geklappt, das ist dann außerwie ein Briefumschlag.

00:06:51: und dann konnte man das da drauf streichen und dann war das so ganz zäh, so wie so eine Mischung aus Harz und Kaugummi und dann konnte man damit etwas kleben.

00:06:59: Ich habe versucht das zu googeln.

00:07:01: Ich glaube, dass das Hasenkleber hieß, mehr fällt mir dazu einfach nicht mehr ein.

00:07:04: Ich habe darunter nichts gefunden.

00:07:07: Ich muss dringend, auch schon wieder ein kleiner Exkurs, ich muss dringend mit anderen Menschen sprechen, die mit mir in diesem Gutshaus gewohnt haben.

00:07:13: Ich bin da immer noch dran.

00:07:14: Ihr wisst gar nicht, wie schwer das ist, Leute zu überzeugen, mit mir in diesem Podcast zu sprechen.

00:07:19: Wenn ihr es so fällig jemanden kennt, bitte, vielleicht könnt ihr nochmal Überzeugung zur Arbeit leisten.

00:07:25: Es ist wirklich sehr nett und viel ist, also ich würde mich freuen.

00:07:29: Ich will gar nicht zu viel Werbung in eigener Sache machen, aber es ist noch ein anderes Thema.

00:07:32: Wir waren beim Thema Post.

00:07:34: Also man konnte Briefe schreiben und wir konnten auch per Brief erreicht werden.

00:07:37: Das war's dann auch schon.

00:07:39: Wenn sich jetzt jemand fragt, der verleicht ein paar Zahlen im Kopf hat, wieso, was war denn mit dem Telefon?

00:07:43: Das ist doch, arztag, siebzig, hat doch Graham Bell sozusagen das Telefon erfunden.

00:07:49: Das war doch dreißig Jahre vor unserer Zeit.

00:07:52: Ja, dreißig Jahre haben nicht gereicht, wie bei so vielen Erfindungen.

00:07:57: Um nineteenhundert hatten in den USA schätzungsweise ein bis zwei Prozent aller Haushalte ein Telefon.

00:08:02: In Deutschland ist es schwer zu ermitteln, welche Zahl das war.

00:08:05: Es war unglaublich gering.

00:08:07: Und jetzt haltet euch bitte fest, das Telefon in den Privaterseiten in Deutschland hat sich erst ab den neunzehntetzeiger Jahren etabliert.

00:08:15: Kleine Geschichte aus meinem privaten Kreis.

00:08:18: Jetzt habe ich gerade das Gefühl, die habe ich schon mal erzählt.

00:08:21: Aber in welcher Folge?

00:08:22: Ich habe doch noch keine Kommunikationsfolge gemacht, oder?

00:08:25: Vielleicht wollte ich mal in die Titel meiner Folge gucken.

00:08:28: Und zwar mein Onkel, der ist Lehrer geworden, der hat Lärm studiert, weil das TIL, also weil meine, das muss ja neunzehntsiebzig gewesen sein ungefähr und weil meine Oma eben noch kein Telefon hatte, musste die Schule oder... Also die Zusage, dass er die Stelle an einer Schule bekommen hat, konnte nicht in seinen Haushalt übermittelt werden, sondern man hat dann versucht, Nachbarn telefonisch zu erreichen, bis man jemandem im Umkreis gefunden hatte, der ein Telefon hatte und der wiederum musste dann zu meiner Oma oder zu meinem Onkel gehen und sagen.

00:08:58: die Nachricht überbringen.

00:08:59: Wow!

00:09:00: Oder hättet ihr das gedacht, dass es einfach so spät sich erst etabliert hat?

00:09:04: Und wenn wir jetzt beim Telefon sind, dann sprechen wir ja davon, dass man auf die Idee gekommen ist oder es auch technisch umsetzen konnte, Sprache mit Strom zu übertragen.

00:09:14: Das ist in der ganzen Geschichte der Übertragungswege von Nachrichten und Sprachen, ist das so ein bisschen kompliziert, wenn man jetzt da gar nicht so drin ist in diesem Elektrothema.

00:09:26: Es gibt ja zum einen die Sache mit dem Strom, wo man dann eben jetzt ein Kabel hat und dann gibt es ja noch die Sache ohne Kabel, also über Wellen und da gibt es in den ganzen Jahren.

00:09:38: So ab schon ab siebtenunddreißig fängt das im Prinzip an.

00:09:42: Immer wieder verschiedene Menschen, die da ein Stückchen weitergekommen sind und die wieder einen Übertragungsweg gefunden haben.

00:09:48: Und die Zahlen wären zu kompliziert.

00:09:50: Deswegen lasse ich die einfach weg.

00:09:52: Nur eine Sache, da müssen wir noch kurz darüber sprechen.

00:09:54: Und zwar ist das so zwischen der Post und dem Telefon und zwar der Telekraf.

00:09:59: Und da sind wir direkt schon wieder bei einer Kinderserie und nämlich Heidi.

00:10:03: Wer hat auch Heidi geguckt?

00:10:05: Ich weiß gar nicht, ob ich das als Kind geguckt habe oder ob ich das jetzt erst wieder geguckt habe mit den Kindern.

00:10:10: Da gibt es eine Folge, wo der Telegrafen-Mast in dem kleinen Dorf im Dörfli von Heidi ergebaut wird.

00:10:18: Und zum ersten Mal wird der Bevölkerung, die sehr skeptisch ist, vorgeführt, wie man einen Telegrafen... Gramm verschickt die Telegraphie.

00:10:26: Also eine Nachricht wird in Wörtern, also keine Sprache wird versendet, sondern es werden Wörter versendet.

00:10:35: Und es gab die Erkenntnis, dass man mit Strom sowas versenden kann, schon siebzenunddreißig und siebzenunddvierundsiebzig gab es auch die erste elektrische Telegraphie, aber was natürlich sehr wichtig war, um das alles Zu etablieren war das Morse-Alphabet.

00:10:51: Morse hat dann die Alphabet mit den Klopfzeichen entwickelt.

00:10:58: Und dann hat sich die Technik durchgesetzt.

00:11:01: Und das war alles noch über Stromleitungen.

00:11:05: Und ab neunzehn, also kurz nach meiner Zeit im Gutshaus, gab es dann sogar schon die Funk-Telegraphie.

00:11:13: Also man hat noch nicht Sprache übermitteln können, aber Wörter mit Funk.

00:11:19: Sprache, da waren wir noch beim Telefon, was über Strom funktioniert hat.

00:11:23: Oh mein, ich hoffe, ich habe euch nicht verwirrt, weil ich finde das selber so ein bisschen verwirrend.

00:11:27: Ich habe hier Maschinenbosch studiert und mein Antithema war Elektrotechnik.

00:11:32: Ich kann mir zwar durchaus vorstellen, dass Strom bewegte Ladung ist und dann hört es auch schon auf.

00:11:39: Und merkt ihr noch was anderes beim Thema Kommunikation?

00:11:42: Ich schweife in dieser Folge ständig vom Thema ab.

00:11:45: Ich glaube, das ist sehr versinnbildlich, versinnbildlich hint für die Kommunikation von eventuell Frauen, dass sie abschweifen.

00:11:54: Und deswegen dauern mittels Abend auch so lange, weil man von Hölzchen auf Stöckchen kommt.

00:11:58: So.

00:11:59: Und jetzt fasse ich das nochmal zusammen.

00:12:02: Es gab die Prieftaube, dann gab es die Priefpost, dann gab es den Telegrafen und dann das Telefon.

00:12:08: Genau.

00:12:09: Die Telegraphie war sehr teuer.

00:12:10: Hat jemand von euch in den frühen Jahren seiner Jugendlichkeit oder Erwachsenen da sein oder vielleicht Kindheit mal ein Telekram bekommen?

00:12:20: Ich nie.

00:12:21: Leider, leider.

00:12:22: Aber ich erinnere mich daran, dass das sehr, sehr teuer war, ein Telegramm zu verschicken.

00:12:26: Ich hätte so gern Preise genannt.

00:12:29: Das einzigste Verlässliche, was ich gefunden habe, war die letzte Zahl, die ein Telegramm gekostet hat.

00:12:34: Man hat den Dienst bei der Deutschen Post nämlich zwanzig, zwanzig erst eingestellt, weil die Nachfrage gesunden war.

00:12:40: Dass sich das überhaupt bis zwanzig, zwanzig gehalten hat, finde ich höchst erstaunlich.

00:12:43: Und da hat ein einfaches Telegramm mit Hundertsechzig Zeichen, zwölf, Euro, sieben und fünfzig gekostet.

00:12:49: Wer erinnert sich noch?

00:12:50: dass eine sms-hundertsechzigzeichen hatte?

00:12:54: und wer erinnert sich auch noch daran wie wahnsinnig schwierig das war alles was man sagen wollte in eine sms zu packen und dass es die wildesten abkürzungen gab für alles?

00:13:06: ja das war ungefähr beim telekram Schreiben nicht anders, deswegen gab es nicht umsonst das Wort Telekramsstil.

00:13:13: Das kommt natürlich genau daher, dass man sich wahnsinnig abgekürzt halten musste, um möglichst viel in so einer sehr teuren Nachricht zu verpacken.

00:13:22: Haben wir im Gutshaus nicht gehabt, wer die Serie aufmerksam verfolgt hatte, weiß, dass wir ein Nottelefon da hängen hatten, was aber nicht besonders antiek war, sondern was für echte ernste Notfälle gedacht war.

00:13:35: In echt, in Deutschland hätten wir wahrscheinlich auch noch ein Geheimtelefon gehabt.

00:13:41: Die ganz, ganz reichen Haushalte hätten das schon kaufen können, aber es war schon sehr hochpreisig.

00:13:47: Heißt hochpreisig genau, das, was ich gefunden habe, ist, dass es einen Arbeiter ungefähr hundert Mark verdient hat, dann hat ein Telefon ungefähr zweihundert Mark gekostet, also den doppelten Monatslohn.

00:13:59: Ich glaube, das ist realistisch, denn das erste Handy hat viertausend Dollar gekostet.

00:14:08: Was, wenn neunzehntzebzig der Monatslohn ungefähr bei zweitausend Dollar lag, auch ein doppelter Monatslohn ist.

00:14:17: Also das hätte man natürlich niemals ausgegeben.

00:14:21: Wie sollte man das sparen?

00:14:22: Das hätte ja Jahre gedauert.

00:14:24: Und das erste Handy, ich habe es gerade erwähnt, gab es neunzehntzebzig bis neunzehntzig.

00:14:29: Und zwar von Motorola.

00:14:30: Da liegt eine extrem lange Zeitspanne dazwischen, denn zwischen der Vorstellungen, dass es das jetzt gibt bis zu der Markteinführung sind einige Jahre noch mal vergangen.

00:14:39: Ja und die Entwicklung des Handys.

00:14:43: Ich weiß nicht wie jung ihr teilweise seid.

00:14:46: Ihr mir hier so zuhört, die ist natürlich auch nochmal retrospectiv lustig gewesen.

00:14:52: Die ersten Handys sahen natürlich ein bisschen anders aus als heute.

00:14:56: Ich weiß noch, ich war so ein Blackberry-Fan.

00:14:59: Ich hatte dieses Handy, wo einfach noch eine gesamte Tastatur mit dabei war, also in Mini.

00:15:04: Denn diese Sache, dass man auf dem Screen rumgetippt hat, die gefühlt.

00:15:10: Also, mein Alter ist noch sehr neu.

00:15:14: Und die hatten ja auch noch am Anfang eine Antenne.

00:15:17: Die konnte man wahlweise einklappen oder die war einfach da dran.

00:15:21: Also da möchte ich jetzt gar nicht so tief ins Detail gehen.

00:15:24: Aber das wäre eine Folge für sich wahrscheinlich wert, dass sich da auch sehr schnell sehr sehr viel getan hat.

00:15:31: Ja, das Handy, also wir sind jetzt von der Post und zwischendurch mit dem Telegram auf das Telefon gekommen und dann auf die Funk-Telefonie, die das Handy verursacht hat sozusagen.

00:15:45: Es gab aber ja noch das Fax.

00:15:48: Das erste mechanische Gerät gab es schon aachsunddreinvierzig.

00:15:53: Kommerziell nutzbar sogar ab aachsundfünfundfünfzig.

00:15:56: In Deutschland erst ab neunzentvierundsiebzig.

00:16:01: Und ich habe meine ersten Ferienjobs noch sehr viel mit Faxen verbracht.

00:16:08: Also Faxen, das war schon so ein richtig so ein Ding noch.

00:16:10: Man hat eigentlich alle Sachen gefaxt.

00:16:13: Man hielt nämlich das Fax und das ist auch heute tatsächlich noch der Grund, warum es überhaupt noch Faxgeräte in vielen Branchen gibt, für sicherer als die E-Mail.

00:16:22: Zum Beispiel kann ich mich erinnern, ich hatte mal ein Ferienjob, da habe ich fast ausschließlich, musste ich, Mahnung, verfaxen.

00:16:30: an Kunden.

00:16:33: Und genau, also Daten, die in irgendeiner Form sensibel sind oder waren oder, wie gesagt, heute noch sind, werden sehr gerne gefaxt, weil man das für weniger gut hackbar hält, sozusagen.

00:16:47: Ich habe dann später so in den zwei Tausendzehn na Jahren, für dich das mal so.

00:16:55: um Reißen in der Agrarbranche gearbeitet und da ist das auch noch richtig üblich damals gewesen.

00:17:01: Ich weiß nicht, wie das heute ist, dass jeder Landwirt oder jeder landwirtschaftliche Betrieb eigentlich ein Faxgerät hatte und man hat alle Informationen gefaxt, zum Beispiel Wetterdaten und dann eben die Empfehlung, wie man die Felder entsprechend der Wettererwartung bestellt, solche spontanen Infos, die sind alle gefaxt worden.

00:17:21: Es geht natürlich wahnsinnig viel schneller als der Briefversand.

00:17:26: und dass man da oder dass man in der Landwirtschaft im täglichen Business so regelmäßig in Emails geguckt hat, das war ja auch noch nicht so etabliert.

00:17:34: Da hat man die Leute gar nicht mit erreicht und deswegen hat man gefaxt.

00:17:39: Heute ist es immer noch etabliert, so wie ich das nachrecherchiere, dass es eben als sichere Sache gilt.

00:17:47: Ich persönlich habe jetzt nicht mehr so viel mit Büroarbeit zu tun, dass ich das beurteilen könnte.

00:17:52: Wenn ihr in einer Branche arbeitet, in der sehr viel gefaxt wird, dann schreibt mir das gerne mal, das würde mich sehr interessieren.

00:17:58: Arbeitet vielleicht jemand von euch in der Agrarbranche und wird da immer noch so viel gefaxt?

00:18:02: Ich kann mich auch in meiner Kindheit erinnern, meine Freundin, die hat einen landwirtschaftlichen Betrieb und da kam auch immer Fax an, ich fand es ganz toll.

00:18:09: Weil bei uns zu Hause, da gab es das nicht.

00:18:11: Mein Vater war Lehrer und ich erinnere mich noch so gut an die Schreibmaschine.

00:18:16: Diese Tipback-Streifen, die man da so einfügen musste, wenn man ein Fehler gemacht hat, die das dann so geweist haben und dieses Geräusch, wenn man diese zurückgeschlagen hatte und diese Schreibmaschine war nämlich nicht elektrisch.

00:18:26: und meine Freundin, die aus der Landwirtschaft, die hatten nämlich eine elektrische Schreibmaschine und ein Faxgerät und das fand ich ganz toll.

00:18:33: Das hat mich sehr beeindruckt, dass ungefähr heute, so wie wenn deine Kumpels schon das neueste iPhone haben und du bist irgendwie noch bei Version elf, so wie ich mit übrigen.

00:18:43: So beeindruckend war das damals auf jeden Fall, auch wenn jemand für einen Faxgerät und eine elektrische Schreibmaschine hatte.

00:18:48: Und die elektrische Schreibmaschine fühlt mich ganz genau direkt zum nächsten Kommunikationsthema und zwar die E-Mail.

00:18:56: Wir haben hier zu Hause so ein Memory-Spiel, da muss man immer den richtigen Erfinder zur richtigen Erfindung zu ordnen, also das ist dann immer das Paar und da ist nämlich auch Tomlinson dabei.

00:19:08: Der hat in den ersten Jahren die erste E-Mail verschickt und hat auch direkt seitdem das Ad-Zeichen etabliert als Kennzeichnung für die Adresse.

00:19:22: In den letzten Jahren sind in den USA einige Jahre vor dem deutschen Markt da gewesen sozusagen.

00:19:31: Also, ... ... die erste Mail auf einem deutschen Computer angekommen.

00:19:36: Wer die Story kennt, vielleicht wird es euch irgendwann mal die eine Million Euro Frage batten.

00:19:41: Ich weiß nicht, das ist so ein Random-Wissen, was ich aber irgendwie ganz lustig finde.

00:19:45: Das ist die Geschichte mit dem Schreibfehler.

00:19:47: Da hat man nämlich um ... Die Deutschen, die es aus den USA nach Deutschland geschickt wurden und man wollte das Deutsche willkommen schreiben, was ich total die schöne Geste finde und hat das willkommen mit einem L geschrieben, das ist sehr bekannt.

00:20:00: dieser Rechtschreibfehler quasi in der ersten Mail, die jemals in Deutschland angekommen ist in irgendeinem Entwicklungskeller in, ich glaube in Süddeutschland, aber nicht in einer großen Firma, sondern ich glaube eher in so einer kleinen, viele Dinge, gerade in der IT-Branche, sind ja in Garagen erfunden worden.

00:20:18: Wenn ihr wisst, was ich meine.

00:20:20: Ja, so viel also zum Thema Kommunikation im Allgemeinen.

00:20:23: und was ist jetzt mein persönliches Risumee?

00:20:25: Also, im Gutshaus damals habe ich da irgendwas vermisst, dass ich nur Briefe schreiben konnte, schwer zu sagen.

00:20:32: Es war ja nicht so, wie heute, dass ich da ein Handy hatte, dass man das auch die ganze Zeit bei sich hatte und dass man... den ganzen Tag über WhatsApp oder ähnliche Messenger-Dienste kommuniziert hätte.

00:20:42: Von daher, das hat man nicht vermisst, weil man es gar nicht so hatte.

00:20:46: Hab ich zum Beispiel vermisst, jemanden anzurufen oder so?

00:20:49: Nein, ich kann mich überhaupt nicht an das Gefühl von Vermissen, von Kommunikation erinnern.

00:20:54: Jetzt war das aber natürlich auch wahnsinnig spannend und aufregend alles.

00:20:58: Auch wenn irgendwann der Alltag eingekehrt ist, war es trotzdem ein wahnsinniger Impact.

00:21:02: Man hätte jetzt auch gar nicht so die Zeit gehabt, zu kommunizieren.

00:21:05: Und das mit den Briefen, das ist schon sehr besonders.

00:21:08: Dieses Warten auf die Post, diese Freude jedes Mal, wenn ein Brief für einen dabei ist, ist es fast so ein bisschen melancholisch, dass ich das vermisse.

00:21:17: Weil heute kommt, ja, man wartet ja eher auf Pakete, weil man irgendwas bestellt hat.

00:21:23: Wartet man auf... Priefe wartet man auf eine Nachricht von jemandem, der einem was bedeutet.

00:21:29: Wartet ihr?

00:21:31: Wie viel Post bekommt ihr denn noch, außer hier und da mal eine Rechnung, die vielleicht nicht elektronisch verschickt wird?

00:21:38: Die ganze Sache endet wahrscheinlich wieder in dieser Geschichte mit der Langsamkeit, was ich schon in der ein oder anderen Folge als Risimül gezogen habe.

00:21:46: Unsere Welt ist wahnsinnig schnell geworden und manchmal vermisst man vielleicht einfach so diese Langsamkeit, dass man einen Brief schreibt, den abschickt, dass man... darauf wartet, dass der ankommt.

00:21:57: Das weiß man ja auch nicht immer so ganz genau, dass man dann irgendwann eine Antwort kriegt.

00:22:00: Ich habe jetzt gerade ein Paket mit ein paar Geschenken an eine Freundin in Österreich geschickt und ich sitze jetzt schon so jeden Tag da und denke, ob sie es wohl schon bekommen hat.

00:22:09: Ich könnte das natürlich in der Sendungsverfolgung nachgucken, dass so weit möchte ich aber dann gar nicht gehen.

00:22:14: in meinem... Das ist ja schon wieder so diese Kontroll-Dinge, die wir heute tun können.

00:22:19: Ich möchte einfach eher darauf vertrauen, dass sie sich eines Tages meldet und sich vielleicht gefreut hat über das Paket.

00:22:25: auch etwas liebevoll zurecht zu machen, dann zu verschicken und dann zu hoffen, dass man jemanden anderen damit erfreut.

00:22:33: Also zum Beispiel verschicke ich jedes Jahr Weihnachtskarten und ich habe so einen Excel-Tabel, einer der wenigen Excel-Tabellen in meinem Leben, die sich etabliert haben.

00:22:42: In der stehen so fünfzig bis siebzig Adressen drin und die kriegen jedes Jahr eine Weihnachtskarte.

00:22:49: Und irgendwie finde ich das auch so eine Art Wertschätzung, dass man sich die Zeit nimmt, eine besondere Weihnachtskarte gestaltet, die dann verschickt.

00:22:58: Und auch wenn das Moment ist öffnend und der Freude vielleicht bei einigen nur kurz ist, die wenigsten stellen die sich ja dann auf oder pinnen sie sich irgendwo hin.

00:23:08: Aber diesen kleinen Moment der Wertschätzung, das ich an dich gedacht habe, vielleicht etwas mehr als... eine WhatsApp zu tippen.

00:23:16: Ich weiß das nicht.

00:23:16: Wie ist eure Meinung dazu?

00:23:18: Ich habe mittlerweile auch schon immer so ein bisschen Angst, dass man den Nachhaltigkeitsgedanken dann da vermisst, dass man so denkt, jetzt hat die wieder hier Papier verschickt und so.

00:23:27: Und das ist ja auch nicht gut für die Umwelt.

00:23:30: Ja, absolut.

00:23:32: Der elektronische Verkehr ist in vielen Bereichen sicher deutlich besser als jeder Zettel.

00:23:40: Dann denke ich, Ich bin total dabei, alle Rechnungen elektronisch, alles elektronisch, aber so eine Weihnachtskarte oder eine Geburtstagskarte, auch wenn man die sich vielleicht erst mal nicht mehr anguckt.

00:23:51: Also ich sammel das alles in Kisten.

00:23:53: Und meint ihr nicht, dass wenn wir alt sind und in Ohrensesseln sitzen, dass wir diese Kisten dann nochmal rausholen und durchgucken?

00:24:00: Irgendwie stelle ich mir das schon so vor.

00:24:02: Ist das zu naiv?

00:24:05: Schreibt mir gerne, wenn ihr dazu eine Meinung habt.

00:24:07: Ich weiß es nicht und ich hätte richtig Lust auf Input, wie ihr das seht.

00:24:12: Sagt mir gerne mal, sagt mir das gerne mal.

00:24:15: Ist das romantisch oder ist das nicht mehr nachhaltig?

00:24:19: Das ist der Zwiespalt.

00:24:21: In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Zeit, bis wir uns das nächste Mal hören.

00:24:26: Ich freue mich sehr.

00:24:28: Ganz ganz liebe Grüße.

00:24:29: Tschüss.

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